Nervensystem und seine Regulation sind grade in aller Munde. Warum ist das so und Was ist unser Nervensystem überhaupt? Unser Körper ist ein sensibles Zusammenspiel aus Wahrnehmung, Regulation und Reaktion. Im Zentrum dieses Zusammenspiels steht unser Nervensystem, das wie ein lebendiges Kommunikationsnetz jede Zelle miteinander verbindet. Es ist nicht nur Biologie – es ist die Sprache unseres Inneren.
Das Nervensystem – ein Netzwerk aus Wahrnehmung und Antwort
Grundsätzlich gliedert sich unser Nervensystem in zwei große Bereiche:
1. Das zentrale Nervensystem (ZNS)
- Gehirn und Rückenmark
- Die „Schaltzentrale“, in der alle Informationen verarbeitet werden
Es ist unser inneres Bezugssystem – hier entstehen Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Bewegungsimpulse.
2. Das periphere Nervensystem (PNS)
- Alle Nerven, die von unserer Schaltzentrale den Körper bis in seine Extremitäten durchziehen
Es sammelt Informationen aus der Umwelt und dem Körperinneren und leitet Antworten zurück.
Innerhalb des peripheren Nervensystems befindet sich ein Bereich, der für die Körperarbeit besonders bedeutsam ist: das autonome Nervensystem.
Das autonome Nervensystem
Es steuert alle Körperfunktionen, die automatisch ablaufen – Atmung, Herzschlag, Verdauung, Durchblutung, Hormone. Es ist zutiefst mit unserem emotionalen Erleben gekoppelt.
Es besteht aus zwei komplementären Kräften:
Der Sympathikus – die innere Aktivierungskraft
Er ist unsere „Gaspedal“-Energie.
Wenn der Sympathikus aktiviert wird, passiert Folgendes:
- Herzschlag steigt
- Atmung wird schneller
- Blut wird in Muskeln geleitet
- Fokus wird eng und zielgerichtet
Der Parasympathikus – die Kraft der Regeneration
Oft als Gegenspieler beschrieben, ist der Parasympathikus in Wahrheit der Gleichgewichtspartner des Sympathikus.
Seine Aktivierung bewirkt:
- Entspannung
- tiefe, ruhige Atmung
- Verdauung kommt in Gang
- Heilungsprozesse werden aktiviert
- Nervensystem wird weich und weit
Das Nervensystem: Zwischen Polaritäten
Beide Systeme wirken nicht als Gegensätze, sondern wie zwei Pole, zwischen denen unser Leben schwingt.
Diese Schwingung sind in der Muskulatur, im Atemfluss, in der Gewebespannung – aber auch im emotionalen Ausdruck immer wieder zu beobachten.
Wenn wir dieses Zusammenspiel verstehen, können wir erkennen:
Regulation ist nicht das Erreichen eines idealen Zustands, sondern die Fähigkeit, flexibel zwischen Aktivierung und Ruhe zu pendeln.
Genau dabei unterstützt körperorientierte Arbeit.